Manchmal ziehe ich mich im Leben zurück, um mit mir alleine zu sein. Um mein Leben, oder das zurück liegende Jahr, Revue passieren zu lassen. Kennst Du das auch von Dir?
Immer wieder im Dezember meist schon ziemlich von Anfang an gehen mir viele Gedanken durch den Kopf. Ich erinnere mich daran, wie ich als Teenager am Schreibtisch über meinen Hausaufgaben gesessen habe, aus dem Fenster auf den Fuldaer Dom geschaut habe und das Jahr, was hinter mir lag betrachtet habe. Zum einen liegt es daran, dass ich im Dezember Geburtstag habe und ich immer daran erinnert werden, dass ich ein Jahr mehr auf diesem Planeten meiner Erde verbracht habe, zum anderen ist das jeweilige Kalenderjahr fast vorüber.

Wie war mein Jahr 2018? Wenn ich es mit einem Wort beschrieben wollte. Ich merke, wenn ich darüber nachdenke, dass ein Wort nicht ausreichend ist. Mir fallen da Worte ein, wie turbulent, traurig, aufrichtig, schmerzhaft, mutig, lernend, achtsam, berührt, glücklich, interessant, heilend, lachend …

So vieles ist passiert dieses Jahr: ich habe in einer anderen Stadt einen neuen Teilzeitjob angetreten, gleichzeitig habe ich den Mut gefasst, und in Fulda eine Praxis eröffnet. Somit mache ich die Erfahrung, festangestellt zu arbeiten und selbständig sein zu dürfen. Das erfüllt mich sehr, und macht mich dankbar. Mehr als ich das anfänglich erwartet habe. Es fühlt sich richtig und gut an. Ich habe einigen Menschen mit meiner Massage etwas Gutes für ihr Körpergefühl tun können. Anderen habe ich durch mein Coaching die Möglichkeit gegeben, ihre Themen durch einen anderen Blickwinkel zu betrachten, und durch neue Denkanstöße zu anderen Ansätzen zu kommen. Es ist schön zu sehen, dass alle Klienten die Antworten tief in sich tragen und mit Unterstützung sich dann auch trauen, ihre eigenen Antworten zu leben. Wieder andere durfte ich mit meiner Tanz-Therapie zeigen, wie der Kopf die Gedanken ziehen lassen kann und der Bauch sich aufs Fühlen und Wahrnehmen konzentrieren kann. Zum anderen habe ich ein Meditationskarten-Set mit positiven Glaubenssätzen entwickelt und produzieren lassen. Das war sehr aufregend.

Dieses Jahr haben mich auch sehr traurige Nachrichten erreicht. Drei Frauen sind verstorben, jede von ihnen haben ich auf andere Weisen kennen lernen dürfen, zwei sind an Krebs verstorben. Von einer wusste ich nicht, dass sie akut erkrankt ist und ich habe erst von ihrem Tod erfahren. Bei der anderen wusste ich es früh und konnte sie zumindest etwas begleiten, sie in den Arm nehmen, wenn sie es gebraucht hat oder einfach noch gemeinsam mit ihr lachen. Krebs ist so allgegenwärtig geworden in unserem Alltag. Doch muss ich sagen, dass ich Krebs immer noch als ein fieses hinterlistiges Arschloch empfinde. Es rafft die Menschen einfach so dahin ohne Gnade und Mitgefühl, eiskalt und unerbittlich. Hinterlässt viel Schmerz, Leere und Kälte. Dann ist es an uns gelegen sich mit der Hinterlassenschaft zu arrangieren, damit seinen Frieden zu schließen.
Eine der Frauen hat für sich selbst ihre Entscheidung getroffen zu gehen. Und trotz dass ich so lange nichts mehr mit ihr zu tun hatte, hat es mich sehr betroffen gemacht davon zu hören. Ich habe ein paar Wochen danach viele Zwiegespräche mit mir darüber gehalten. Ich habe damit versucht, mir meine Fragen zu beantworten.

Fragen wie, warum bin ich so schockiert, wenn ein Mensch sich selber das Leben nimmt; warum ist es gesellschaftlich nicht erlaubt dies zu tun; was bringt einen Menschen dazu das zu tun; ist es mutig- traurig- ist es Hilflosigkeit oder ist es gar grausam sich das Leben zu nehmen. Ein paar Antworten oder auch keine Antworten konnte ich darauf für mich finden. Es schockiert mich zum einem, weil sie noch jung war und mitten im Leben stand, sich viele Dinge für sie scheinbar gefügt haben und sie anscheinend trotzdem des Lebens so müde war diesen Schritt zu tun. Ich kann mir nicht erklären oder gar vorstellen wie oder was in mir ablaufen müsste, diesen Schritt zu tun? Vielleich möchte ich es mir auch momentan weder vorstellen noch fühlen. Wenn ich mir versuche zu sagen, jeder sollte das Recht haben seinen Todeszeitpunkt selber zu bestimmen, wird auch eine Stimme laut die sagt, so einfach ist es auch nicht Katharina … warum nicht? Wenn jemand sein Leben gelebt hat „alt“ ist und so für sich klaren Verstandes entscheidet, kann er doch gehen. Aber wenn er sich das Leben nimmt, wenn er Problemen hat, dann nicht?! Mittlerweile denke ich, dass es bestimmte Situationen im Leben gibt, in denen es für manchen Menschen eine gute Entscheidung ist, sich aus dem Leben zu verabschieden, es kann eine Erlösung sein. Auch wenn das komisch klingt, bei Tieren dürfen die Besitzer es auch entscheiden und manche Tiere ziehen sich auch einfach zum Sterben zurück.

Doch ich glaube, wenn die Probleme so groß sind, dass wir aus einem Strudel, in dem man sich befindet, diese Entscheidung trifft, dann ist man nicht klar im Kopf und kann diese Entscheidung nicht treffen! Um so wichtiger ist es, sich Hilfe zu holen. Vielleicht sehe ich das zu einfach, doch das sind meinen Antworten. Es könnte ja sein, dass die Hilfe und Unterstützung die Probleme kleiner werden lässt und man dann Verantwortung für sich übernehmen kann, in dem man lebt statt zu sterben.

Meine Wünsche fürs nächst Jahr sind „recht einfach“. Ich möchte meinen Weg mit allem was sich ergibt weiter gehen, präsent bleiben, viel im hier und jetzt leben, gut auf mich und meine Lieben achten, gut essen und das Leben weiter genießen und gesund bleiben.

Ich wünsche euch allen einen bemerkenswerten Start ins neue Jahr 2019.

Deine Katharina
Achte gute auf diesen Tag!

PS: Ich bekomme was ich brauche, um zu finden was ich suche!

Revue 2018 Freud und Leid
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